Berner Group Rheinauhafen, Köln

Berner Group Rheinauhafen, Köln

Der Tisch als Werkbank.

Der Gebäudesolitär des Kölner Kontor 19 steht in direkter Nachbarschaft zum prominenten Ensemble der drei Kranhäuser am Rheinauhafen. In dieser binnenmaritim geprägten Lage hat sich die Berner Group eine Bürolandschaft gestalten lassen, die mit Werkstatt-Referenzen auf die Firmen-DNA verweist. Bei den Arbeitsplätzen setzte das Büro hell und freundlich auf das modulare Möbelsystem unit von planmöbel (Design: Kinzo): Mit seiner markanten Y-förmigen Unterkonstruktion, die den Werkzeugcharakter von unit unterstreicht, war das Tischsystem von Anfang an erste Wahl der Architekten.

Zwei Stockwerke und eindrucksvolle 1500 Quadratmeter stehen den rund 100 Mitarbeitern des Künzelsauer Handelsunternehmens an ihrem neuen Standort zur Verfügung. Diese Großzügigkeit der Fläche wurde zum bestimmenden Faktor des Interieurs. „80 Prozent Raum und 20 Prozent Möbel“, – so beschreibt das Kölner Planungsbüro hell und freundlich das Mischungsverhältnis seines Flächenrezeptes. Die vormals durch enge Flure und kleine Räume zergliederte Gewerbeetage wurde radikal entkernt und mit der gewonnenen Offenheit neu aufgebaut. Glastrennwände stellen Sichtachsen zwischen den einzelnen Funktionsbereichen her und separieren die Mitarbeiter akustisch, aber nicht visuell.
Ästhetisch ist das Büro von einer Werkstatt inspiriert. Damit wird Bezug auf das Geschäftsfeld des Auftraggebers genommen, der als kleine Schraubenhandlung begann und heute mit 9.000 Mitarbeitern im Bau-, Mobilitäts- und Industriesektor tätig ist. Die Glasrahmen, die mit hauseigener Befestigungstechnik montiert wurden, erinnern an klassische Stahlfenster der Industriearchitektur. Über den Tischen seilen sich Leuchten an Ketten ab, in der Kaffeeküche stehen Werkbank-Hocker. Dabei stellt das weitläufig angelegte Interieur die gekonnte Balance zwischen industrieller Ästhetik und einladender Eleganz her. Ein konsequentes Farbkonzept aus Schwarz, Weiß und Naturtönen hebt die Geradlinigkeit des Layouts hervor und verzichtet bewusst auf laute Akzente. Im Vordergrund steht Authentizität, die sich in ehrlichen Materialien und natürlich belassenen Oberflächen zeigt: Brünierter Schwarzstahl trifft auf Eiche, Glas, Leder und Beton, die Böden sind mit Eichenparkett belegt.

In unit findet dieses Gestaltungskonzept seine sinnfällige Entsprechung: Die markante Y-Form des höhenverstellbaren Aluminiumgestells schafft eine bewusste Assoziation zur Werkbank, sauber gestaltete Verbindungen betonen die Ehrlichkeit der Konstruktion, und die Kanteneinfassung aus Aluminium lässt ein subtiles Echo des Untergestells anklingen. Die Entscheidung der Architekten für die Ausführungsvariante „raw“, bei der die Aluminiumelemente farblos pulverbeschichtet sind, sowie die Wahl eines Echtholzfurniers für die Tischplatte unterstreichen die gestalterische Konsistenz.
Die flexible und kommunikative Raumstruktur bietet Projekträume, Konferenzbereiche, stille Rückzugsareale, eine Cafeteria mit angeschlossenem Meet-Eat- und Work-Raum sowie nicht personifizierte Arbeitsplätze in offenen und abgeschirmten Bereichen. Auch strukturell erweisen sich hier die Schreibtische unit mit ihrem modularen Aufbau als ideale Ausstattung. Als kleinere oder größere Einheiten gestellt, gehen sie auf die unterschiedlichen Anforderungen innerhalb der Arbeitsabläufe ein und passen sich an unterschiedliche Konstellationen und Prozesse an. Durch die dynamische Höhenverstellung kann ein Sitzarbeitsplatz zu einem Stehtisch oder ein Einzelarbeitsplatz zu einem kommunikativen Tisch-Verbund kombiniert werden. Die verborgene Technik sowie dezent integrierte Elektrifizierungslösungen im „Motortisch“ von unit bieten allen Komfort für reibungslose Arbeitsabläufe und sorgen für einen aufgeräumten Gesamteindruck. Das stilprägende Element der Serie – die weich gerundeten Ecken – wirkt darin als verbindende charakteristische Geste.
Als Stauraum für Persönliches erhält jeder der sich im Büro frei bewegenden Mitarbeiter einen Caddy und eine Schreibtischauflage aus Leder mit seinen Initialen, die er mit Inbesitznahme eines Arbeitsplatzes auslegen kann. So lässt sich das Büro gleichzeitig als gestalterische Einheit und personalisierbarer Arbeitsraum erleben. In dieser Atmosphäre aus räumlicher Großzügigkeit, Authentizität und sinnfälliger Erschließbarkeit aller Strukturen wird unit zum unterstützenden Komplizen der Mitarbeiter im modernen Arbeitsalltag.

Fotos: hell und freundlich/Lukas Palik Fotografie
Innenarchitektur: hell und freundlich, Köln

planmöbel-Referenzen

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